Energieverbrauch Deutschland

Der Energieverbrauch in Deutschland und auch die Energieerzeugung ist ein sehr komplexes Thema. Die beschlossene Energiewende beinhaltet zum Einen den Atomausstieg, und zum Anderen einen Wechsel von fossilen Brennstoffen hin zu regenerativen Energien. Dass das Ganze keine leichte Aufgabe ist kann man leicht erahnen, wenn man sich den Energieverbrauch in Deutschland mal genauer ansieht. Wenn man weiß, welchen Anteil welche Energieform hat sieht man erst welche gewaltigen Aufgaben da noch vor Deutschland stehen, und dass das Ganze wesentlich schwieriger wird, als einen die Politiker und die Medien vormachen.

Energieverbrauch in Deutschland – Übersicht
Der Energieverbrauch in Deutschland setzt sich aus vier großen Bereichen zusammen. Die Hauptenergieverbraucher sind der Wärmebedarf der privaten Haushalte mit 31,5 Prozent, der Verkehr mit 28 Prozent, 19,2 Prozent Prozesswärme, also der Energiebedarf der Industrie, sowie der Strom mit 20,8 Prozent. Im Einzelnen sind das:

  • Verkehr 28 Prozent
    • 26,6 Prozent fossiler Treibstoff
    • 1,4 Prozent Biotreibstoff
  • Raumwärme/Warmwasser 31,5 Prozent
    • 26,4 Prozent fossiler Brennstoff
    • 5,1 Prozent Biowärme
    • 0,3 Prozent Erdwärme
    • 0,3 Prozent Sonnenwärme
  • Prozesswärme 19,2 Prozent
  • Strom 20,8 Prozent
    • 8,9 Prozent Kohlestrom
    • 2,4 Prozent Erdgasstrom
    • 3,3 Prozent Kernenergie
    • 1,8 Prozent Windenergie
    • 1,3 Prozent Biomasse
    • 1,1 Prozent Sonstige
    • 1,0 Prozent Solarstrom
    • 0,8 Prozent Wasserkraft
    • 0,2 Prozent Abfall

Der Anteil der erneuerbaren Energie beträgt demzufolge 12,2 Prozent des Gesamtenergiebedarfes Deutschlandes, Der weit aus größere Teil nämlich 84,6 Prozent stammt aus fossilen Brennstoffen, die das Treibhausgas CO2 freisetzen. Der Anteil der Kernenergie liegt bei 3,3 Prozent. (Quelle IFO Institut)

Anteil der erneuerbaren Energien wird zu hoch bewertet
Wenn man in den Medien Berichte über erneuerbare Energien betrachtet gelangt man fast zu dem Eindruck, dass Deutschland die Energiewende bereits geschafft hat, oder zumindest einen Großteil seines Energiebedarfs aus regenerativen Energien deckt. So verkünden Journalisten gerne, dass bereits 25% des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Und man hat den Eindruck, dass dieser Anteil erst in den letzten beiden Jahren entstanden sei. Das ist natürlich nicht so. So wird die Wasserkraft seit wahrscheinlich mehr als 100 Jahren genutzt. Deren Anteil ist auch nicht nicht in dem Maße steigerungsfähig. Auch die Anzahl der Windmasten im Inland kann man nicht so ohne Weiteres vervielfachen ohne die Landschaft komplett zu verschandeln. Um alle Kernkraftwerke durch Windenergie zu ersetzen müsste man Bayern komplett mit Windmasten zupflastern. Somit bleiben ein Ausbau der Offshore-Windparks in der Nordsee, was wieder neue Probleme aufwirft.

Schwierigkeiten der Offshore-Windparks
Die Windparks, die in der Nordsee und zum weit aus kleineren Teil in der Ostsee entstehen, erzeugen gleich mehrere Probleme. Zum Einen sind diese Windparks weit entfernt und man muss lange Stromleitungen legen um zB Atomkraftwerke in Bayern zu kompensieren. Zum Anderen sind Umweltschützer entsetzt, wenn sie daran denken, dass tausende Windräder in der Nordsee verankert werden sollen. Um ein Atomkraftwerk zu ersetzen benötigt man mit den heute üblichen 6 MW-Anlagen ca. 230 Windräder. Da die Windräder aber nur ungleichmäßig Strom liefern sind es tatsächlich mindestens doppelt so viele. Auch der Preis ist nicht gerade günstig. Aufgrund des widrigen Standortes mitten im Salzwasser und einer entfernten Lage mitten im Meer ist der so produzierte Strom besonders teuer. Ein großes Problem ist auch die Speicherung des Stroms. Es gibt Zeiten in denen viel zu viel Strom produziert wird und Zeiten in denen recht wenig produziert wird.

Ersatz von Atomstrom möglich
Der Anteil des Atomstroms in Deutschland liegt bei 3,3 Prozent, und damit fast gleichauf mit dem Anteil von Windenergie und Solarstom.es ist absehbar, dass der Atomstrom völlig durch diese beiden regenerativen Energien kompensiert wird. Dass Strom aus Windkraftanlagen und Solarzellen den kompletten Strombedarf decken ist schwer vorstellbar. Dass die fossilen Brennstoffe komplett durch Windenergie und Solarzellen Energien ersetzt wird ist utopisch.

Biosprit und Biowärme
Diese beiden Energieformen sind zwar sauber haben aber den faden Beigeschmack, dass sie faktisch aus Lebensmitteln erzeugt werden. Die Folge ist, dass es auf dem Weltmarkt weniger Lebensmittel gibt, demzufolge die Preise steigen. Gerade in Entwicklungsländern führt das zu Hunger. Dass für den weiteren Flächenbedarf Regenwälder abgeholzt werden macht das Ganze nicht wirklich umweltfreundlich.

Energiesparen ist effizienter als der Energieumstieg
Der Anteil von Solar- und Windenergie liegt bei 2,8 zusammen mit Solarwärme bei 3,1 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs in Deutschland. Der Verkehr hat einen Anteil von 26,6 Prozent. Wenn beispielsweise der durchschnittliche Spritverbrauch um einen Liter gesenkt werden könnte hätte das die gleiche Größenordnung wie alle bisher gebauten Windenergieanlagen und Solarzellen zusammen. Gleiches gilt für Raumwärme und Warmwasser. Auch hier würde eine Reduzierung des Energieverbrauchs um 10 Prozent energiemäßig so viel bedeuten wie alle Kernkraftwerke oder Solarenergie und Windparks zusammen.

Fazit:
Der weitere Ausbau von Windenergieparks ist recht aufwändig und hat die Probleme, dass die Energie erst noch weit zum Verbraucher transportiert werden muss. Somit haben Solarzellen da einen deutlichen Vorteil. Windräder auf dem Land sind uneffizient und somit besonders teuer. Sie verschandeln die Landschaft völlig unangemessen. Ob jetzt allerdings ein Hausdach mit Solarzellen „gedeckt“ ist ist eine Geschmackssache. Das wird einem in ein paar Jahren gar nicht mehr auffallen. Das Gleiche gilt für Solarthermie. Ein weiterer Vorteil dieser dezentralen Energieerzeugung wäre eine Vermeidung von zusätzlichen Stromtrassen. Die Wasserkraft ist ziemlich vollständig ausgeschöpft. Hier ist kaum noch Potential vorhanden, will man nicht ganze Täler fluten. Ein Hauptaugenmerk sollte mE auf Geothermie gesetzt werden. Diese Energie ist rund um die Uhr gleichmäßig verfügbar. Sie hat also keine Stromspitzen wie Solarstrom oder Windenergie. Auch für die Stromspitzen gibt es bessere Möglichkeiten, als diese mit einem negativen Strompreis zu verkaufen.

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